Das Glück, das wir suchen

Der gestrige Abend erhob den Flamenco in die Höhen, die er verdient. Den Beginn machten zwei Tänzer, die ein Lächeln in die Gesichter der Zuschauer zauberten, das noch lange nicht vergehen wird.

Alberto Sellés habe ich wachsen sehen. Von dem Jungen, der er war, strahlend, frisch, von einer Unschuld umgeben, die uns rührte und uns gefangen nahm. In Düsseldorf, vor vielen Jahren. Dann begab er sich in die Hände von zwei Choreografen, Rafael Estévez und Nani Paños, die ihn in andere Welten entführten und heute ist er ein Mann, der weiß, was er will und was er tut.

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Er ist ein eleganter Tänzer, der seine feine Technik im richtigen Moment aufblitzen lässt, ohne Missbrauch mit ihr zu treiben, er tanzt den Cante und a propos: singen kann er auch und zwar gut, wie er gestern wieder einmal unter Beweis stellte.

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Und dieser Miguel Ángel Heredia! Was für eine Erscheinung in seinem mit schwarzen Pailletten bestickten Jackett, er ist ja ungewöhnlich groß für einen Tänzer, er erfüllte die ganze Bühne mit einer Soleá, die diesem Palo mehr als gerecht wurde. Groß, ernsthaft und wunderbar in der Escobilla, freudig in der Bulería por Soleá, einfach brilliant.

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Ein Paso a dos der beiden Tänzer erweckte Emotionen, zeigte ihre Verbundenheit ohne einen Anflug von Pathos, die Gitarre von Jesús Rodríguez und die Perkussion von Paco Vega, der Cante von Juan de la María und Iván Carpio vervollständigten ein Quintett, bei dem einfach alles passte. Die Olés aus dem Publikum übertönten fast die Musik, so groß war die Begeisterung an einem Abend, der uns das Glück gab, das wir suchen.

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Miguel Ángel Heredia y Alberto Sellés

Trémula

CSBI

26.02.2025

www.festivaldejerez.es

Fotos: Tamara Pastora

Text: Susanne Zellinger