Was gibt es Besseres an einem verregneten Sonntagnachmittag als in eine Peña zu gehen. Das Ambiente ist unvergleichlich, man trifft Freunde, trinkt ein Gläschen und stellt sich in die Warteschlange. Denn die Peñas sind in Festivalzeiten brechend voll. Das Gute daran ist, dass man alte Freunde trifft und neue kennenlernt.

Der Ciclo de Peña en Peña ist ein fixer Bestandteil des Festival de Jerez und findet regen Zuspruch, denn manchmal muss man sich vom Bühnenprogramm erholen und einfach Cante, Baile y Toque genießen, ohne viel nachzudenken.

Paco Benavent, der Direktor des Centro Andaluz de Flamenco begrüßte auf japanisch und das aus gutem Grund: Junko Hariwara, La Yunko, Gewinnerin des Premio Desplante 2024 stand auf dem Programm. Sie stammt aus Kawasaki, Japan und ist Bailaora. Mit 13 Jahren entdeckte sie den Flamenco und übersiedelte mit 26 Jahren nach Sevilla.

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Der Nachmittag begann mit einem Gitarrensolo von Curro Vargas, Sohn von Concha Vargas, eine Fantasía, würde ich sagen, mehr konnte ich der Melodie nicht entnehmen,lyrisch, romantisch und fein.

Ab dann ging es temporeich weiter, wie immer, wenn El Quini singt, Moi de Morón überzeugte mich aber mehr.

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La Yunko begann mit einer Alegría, präzise, fröhlich, mit einem kraftvollen Zapateado und einem schönen Silencio. Ihr Gesicht strahlte, mit Leichtigkeit flog sie über die Bühne, die Sänger feuerten sie mit ihren Jaleos an, der Gitarrist dachte glaube ich an etwas anderes, aber das störte nicht.

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Nach der Pause und den Tangos erschien La Yunko in einem herrlichen, roten Kleid und begann sitzend, wie eine Statue, bewegungslos, erhaben und ich konnte den Blick nicht von ihrem Gesicht wenden. Nach innen gekehrt, majestätisch erwartete sie ihren Einsatz. Und dann bebte die Bühne unter dem Stakkato ihrer Zapateados, sie ist unglaublich kraftvoll und wirkte manchmal wie in Trance. Als sie das Mikrofon des Gitarristen bei einer ihrer Drehungen mit sich nahm, verlor sie nicht die Contenance, gelassen wartete sie und setzte dann ihren Tanz fort.

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In der Bulería wirkte sie dann doch etwas angestrengt, verständlich. Das Publikum dankte mit großem Applaus und entschwand an die Bar um das Gesehene zu kommentieren. Fazit: El Flamenco es un arte universal.

La Yunko

Peña Buena Gente

02.03.2025

www.festivaldejerez.es

Text und Fotos: Susanne Zellinger