Das Echo der Nacht
Das was ich heute schreiben werde tut mir jetzt schon leid. Erstens weil Joan Fenollar aus Valencia ein großartiger Tänzer ist. Weil er jung ist. Weil er ein Romantiker ist. Weil er die Fragilität einer Ballerina aus der Pariser Oper ausstrahlt. Weil er ein guter Mensch ist und vertrauen kann. Weil er die Dichtkunst liebt und das Meer. Weil er einen guten Musikgeschmack hat. Weil er die Reise eines langen Tages in die Nacht alleine macht. Weil er mit der Leichtigkeit eines Kindes in die Luft springt und es ihm dabei die Stirnhaare aus dem Gesicht bläst. Weil er glücklich ist, wenn er tanzt.
Weil ich seinen Ansatz verstehe.
Das war das Schöne. Aber das, was mir leid tut muss auch gesagt werden. Weil man als junger Tänzer kein schlabberiges braunes Tshirt und einen zu kurzen braunen Rock bei dem man die Socken sieht auf der Bühne tragen kann. Weil man Braun vor einem schwarzen Hintergrund nicht sehen wird. Weil zwanzig Paar Schuhe auf der Bühne die Sicht auf die Tanzbeine nehmen. Weil bunt zusammen gewürfelte Musikstücke einer Erklärung bedürfen. Weil man beim Lesen der Synopsis einen Hirnkrampf bekommt. Und natürlich: Wer zum Henker ist Katèri Azorín?
Joan Fenollar
Solo el eco de la noche
Sala Compañía
22.02.2025
Text: Susanne Zellinger
Fotos: Tamara Pastora