José Antonio Laguna, El Boleco aus La Puebla de Cazalla ist einer der Hoffnungsträger aus diesem hübschen Dorf, vor allem, nach dem Verlust von José Menese. Ich sah und hörte ihn zum letzten mal vor zehn Jahren, da war er noch ein schlaksiger, dünner Junge, dunkel und mit dieser besonderen Aura, die manche Gitanos haben.

Es schien, als wäre er schon mit diesem uralten Wissen um den Cante jondo geboren worden. Manuel Bohórquez war begeistert und Francisco Moreno Galván hätte ihn geliebt. Sein Name käme von den Farrucos, sagt er, sie seien Familie.

Aus einer Familie mit vielen Geschwistern begann er als Tänzer, doch schon bald zeigte er sein Talent als Cantaor, und so verließ  er mit 16 Jahren die Schule und begann seine Karriere als Sänger.

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Nun ist er erwachsen geworden und man wird sehen, ob er das halten kann, was er versprach.

Gestern Abend trat er im Rahmen des Festival de Jerez im Palacio de Villavicencio auf, hervorragend begleitet von Antonio García an der Gitarre.  Soleá, Tientos, Bulería und Fandangos hatte er in seinem Repertoire, aber er überzeugte vor allem in der Seguiriya.

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Natürlich erinnert er in vielen Momenten an El Chocolate, einem seiner Vorbilder.Ein Auftritt, einfach, sympathisch, vor allem, wenn sich ein Lächeln auf seinem Gesicht zeigte. Er war zufrieden mit sich und wir waren es auch. Eine Erholung nach soviel Getöse im Villamarta.

El Boleco

Palacio de Villavicencio

07.03.2025

www.festivaldejerez.es

Fotos: Tamara Pastora

Text: Susanne Zellinger